Sollzins und Effektivzins: Der Unterschied einfach erklärt
- Der Sollzins ist der vertraglich vereinbarte Zinssatz. Aus ihm berechnet die Bank die monatlichen Zinsen.
- Der effektive Jahreszins zeigt die jährlichen Gesamtkosten des Kredits in Prozent und ist meist etwas höher.
- Zum Vergleichen von Angeboten ist der Effektivzins die bessere Kennzahl.
- In unseren Kreditrechner gehört in der Regel der Sollzins – so stimmt das Ergebnis am besten mit dem Tilgungsplan der Bank überein.
1. Was ist der Sollzins?
Der Sollzins (früher oft „Nominalzins“ genannt) ist der Zinssatz, den Sie mit der Bank vereinbaren. Er gibt an, wie viel Zinsen pro Jahr auf die jeweilige Restschuld anfallen. Bei monatlicher Zahlung rechnen Banken üblicherweise mit einem Zwölftel davon: Bei 5 % Sollzins sind das rund 0,417 % pro Monat.
Der Sollzins kann gebunden sein – dann bleibt er für die vereinbarte Zeit gleich – oder veränderlich, dann kann die Bank ihn nach den vertraglichen Regeln anpassen.
2. Was ist der effektive Jahreszins?
Der effektive Jahreszins drückt die Gesamtkosten des Kredits als jährlichen Prozentsatz aus. Er berücksichtigt nicht nur den Sollzins, sondern auch, dass Sie monatlich zahlen, sowie bestimmte weitere Kosten, die mit dem Kredit verbunden sind.
Weil er Angebote vergleichbar macht, ist er gesetzlich vorgeschrieben: Wer für Verbraucherkredite mit Zinssätzen oder Kosten wirbt, muss nach der Preisangabenverordnung auch den effektiven Jahreszins angeben – und zwar mindestens genauso deutlich wie jeden anderen Zinssatz.
3. Warum ist der Effektivzins höher?
Selbst wenn keine weiteren Kosten anfallen, liegt der Effektivzins über dem Sollzins. Der Grund ist der Zinseszinseffekt: Die Zinsen werden monatlich berechnet und fällig, nicht erst am Jahresende. Ohne Zusatzkosten gilt:
Effektivzins = (1 + Sollzins ÷ 12)12 − 1
| Sollzins | Effektivzins (ohne weitere Kosten) |
|---|---|
| 3,00 % | 3,04 % |
| 5,00 % | 5,12 % |
| 8,00 % | 8,30 % |
| 10,00 % | 10,47 % |
Gerundet. Kommen weitere einzurechnende Kosten hinzu, steigt der Effektivzins entsprechend.
Je höher der Zins, desto größer der Unterschied. Liegt der Effektivzins eines Angebots deutlich über dem Wert in dieser Tabelle, sind darin zusätzliche Kosten enthalten – ein Grund, genauer hinzuschauen.
4. Worauf Sie beim Vergleich achten sollten
- Effektivzins vergleichen, nicht Sollzins: Nur so sind Angebote mit unterschiedlichen Kosten fair vergleichbar.
- Gleiche Eckdaten wählen: Vergleichen Sie Angebote mit demselben Kreditbetrag und derselben Laufzeit.
- „Ab“-Zinsen richtig lesen: Viele Zinssätze hängen von der Bonität ab. Im Werbebeispiel muss ein Zinssatz stehen, den voraussichtlich mindestens zwei Drittel der Kundinnen und Kunden erhalten. Der niedrigste beworbene Zins gilt oft nur für wenige.
- Zusatzprodukte prüfen: Eine freiwillige Restschuldversicherung ist je nach Ausgestaltung nicht im Effektivzins enthalten, kann den Kredit aber deutlich verteuern.
- Bearbeitungsgebühren: Pauschale Bearbeitungsgebühren bei Verbraucherkrediten hat der Bundesgerichtshof 2014 für unzulässig erklärt.
5. Welcher Zins gehört in den Rechner?
Unser Kreditrechner bietet beide Varianten. Für die meisten Fälle empfehlen wir den Sollzins, denn damit rechnen auch die Banken ihren Tilgungsplan. Kennen Sie nur den Effektivzins, wählen Sie im Rechner „Effektivzins“ – er rechnet dann den passenden Monatszins zurück.
Zur Einordnung: 25.000 € mit 500 € Monatsrate kosten bei 5 % Sollzins insgesamt 3.092,30 € Zinsen, bei 5 % Effektivzins (entspricht rund 4,89 % Sollzins) 3.012,28 €. Die Zinsart macht also einen spürbaren Unterschied.
Rechnen Sie mit dem Zins aus Ihrem Angebot.
Zum KreditrechnerHinweis: Dieser Artikel dient der allgemeinen Information und ersetzt keine individuelle Finanz-, Kredit- oder Rechtsberatung. Alle Angaben ohne Gewähr; Stand: September 2026. Maßgeblich sind die Bedingungen Ihres Kreditvertrags.